Unterm Strich zufrieden mit 2020

01.04.2021

Unterm Strich zufrieden mit 2020

January 04. 2021

Reeder und Schifffahrtskaufmann Arne Ehlers zieht eine durchaus positive Bilanz / Großes Potenzial im Bereich Windenergie

Schifffahrt kennt keine Sonn- und Feiertage. Auch der Hafenumschlag läuft normalerweise rund um die Uhr. Über die Feiertage ist es aber auch hier ein wenig ruhiger gewesen. Viele Seeleute machen ein paar Tage Urlaub bei ihren Familien, etliche Schiffe, darunter die großen Trawler der Deutschen Fischfang Union, liegen derzeit im Cuxhavener Hafen. Anders bei der „BREB Countess“, einem von sechs Schiffen der Cuxhavener Reederei BREB.

Mit 10 000 Kubikmeter Schnittholz für Afrika beladen, legte der 108 Meter lange Frachter am Silvestertag um 12.15 Uhr als letztes Frachtschiff des Jahres in Cuxhaven ab. Zielhafen: Casablanca. Damit endet für die Reederei und den Cuxhavener Terminalbetreiber Blue Water BREB ein durchwachsenes, in der Summe aber durchaus erfolgreiches Jahr. Darauf wies der geschäftsführende Gesellschafter Arne Ehlers in einem Gespräch mit unserem Medienhaus hin.

Neu: Bauholz ab Cuxhaven

Der Umschlag von Bauholz habe sich erst im vergangenen halben Jahr entwickelt, könnte aber auf Dauer in Cuxhaven etabliert werden, hofft Ehlers. Das Holz stammt aus bayrischen Wäldern und ist teilweise per Bahn und teilweise per Lkw an die Küste transportiert worden. „Die jüngste Verschiffung mit der ‘BREB Countess’ stellt die bisher größte Partie dar“, ergänzt Ehlers. Insgesamt ist der Kapitän und Schifffahrtskaufmann mit dem Geschäft des zurückliegenden Jahres durchaus zufrieden. Trotz coronabedingter Einbrüche zwischen März und August in Höhe von fast 20 Prozent, konnten die Rückgänge in der zweiten Jahreshälfte kompensiert werden. Mehr noch: Umsatz und Ertrag verbesserten sich sogar deutlich. „Unter dem Strich kommen wir daher aufdas gleiche Ergebnis wie im Vorjahr, sogar noch ein bisschen besser“, resümiert der Cuxhavener.

Motor des Geschäfts war in 2020 wieder der Umschlag von Großkomponenten für Windkraftanlagen. Weltmarktführer Vestas importiert inzwischen alle Teile für Windparks in Deutschland und Österreich über den Cuxhavener Hafen. Dabei kommt ein Löwenanteil mit großen Schiffen direkt aus China. Diese Entwicklung habe sich im vergangenen Jahr noch einmal verstetigt, erklärt Ehlers, auch wenn es in der ersten Jahreshälfte in diesem Bereich – wegen des Lockdowns in chinesischen Werken – zu Einbrüchen von 20 bis 30 Prozent gekommen sei. „Die Einbußen konnten wir in der zweiten Jahreshälfte ausgleichen“, ist der Schifffahrtsfachmann zufrieden.

Über 3000 Komponenten

Über 3000 Teile für Windkraftanlegen hätten seine Mitarbeiter auf dem eigenen Terminal umgeschlagen, darunter auch die in Cuxhaven von Siemens Gamesa produzierten Turbinen, die zu einem großen Teil nach Taiwan verschifft wurden. Dadurch habe sich Cuxhaven zum größten Umschlagplatz für Projektladung für Fernost in Deutschland entwickelt, unterstreicht Ehlers. „Damit sind wir auf der internationalen Landkarte angekommen“, erinnert er an ein Ziel, das die Hafenwirtschaftsgemeinschaft Cuxhaven von Anfang an verfolgt habe.

Auch die weiteren Aussichten beurteilt Ehlers für Cuxhaven als sehr positiv. Alle Zeichen sprächen dafür, dass sich der Umschlag positiv weiter entwickeln werde, vor allem dank der Zukunftsperspektiven im Bereich des Deutschen Offshore Industrie Zentrums (DOIZ). Grund für den Optimismus ist aus Sicht Ehlers die geplante Erweiterung des Werkes von Siemens Gamesa für den Bau größerer Anlagen sowie die geplanten Aktivitäten von Titan Wind (ehemals Ambau) am Standort. „Wenn die, wie geplant, 2021 mit ihrer Produktion loslegen, kann es eng werden“. Daher plädiert Ehlers dringend für die Entwicklung weiterer Industrieflächen zwischen Groden und Altenbruch (bis an die B 73) und appelliert an NPorts den Bau der Liegeplätze 5, 6 und 7 unbedingt weiter voranzutreiben.

Selbst bezüglich des schwächelnden Englandverkehrs macht sich Ehlers perspektivisch keine großen Sorgen. Nachdem der EUAustritt nun besiegelt ist, hätten die Anfragen von Spediteuren sofort zugenommen. Cuxhaven habe gute Chancen. (Quelle: Cuxhavener Nachrichten, Samstag, 02.01.2021, Thomas Sassen)

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